Weltrekord: Der schiefste Turm der Welt steht nicht in Pisa, sondern in Suurhusen! Das ist für jedermann offensichtlich, der sich dem Ort auf der Umgehungsstraße nähert. Neigt sich der Campanile des Domes zu Pisa um 4,95 Grad, so beträgt die Neigung dieses Turmes nach neuesten Messungen eines Emder Vermessungsbüros 5,19 Grad und deshalb überragt seine 27 Meter hohe Spitze die Grundmauer nach Westen um über 2,30 Meter. Und seit dem 8. November 2007 ist es auch amtlich: der Redaktionsleiter des Guiness-Buches der Rekorde überreichte dem Pastor der Kirchengemeinde die offizielle Urkunde zum Weltrekord! Und wenn bis zum Redaktionsschluss des Rekord-Buches von 2009 kein anderer, noch schieferer Turm in den Blickwinkel der Redaktion gerät, kann man das dort auch nachlesen. Auch das Kirchenschiff ist schief, es neigt sich zur anderen Seite hin. Ursprünglich hatte es eine Apsis, die später durch eine gerade Ostwand ersetzt wurde. Die Nordwand wurde ebenfalls neu aufgemauert. Nur intensive Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen verhinderten einen Einsturz der Kirche aus der 1. Hälfte des 13. Jh. und des spätgotischen Turmes, der 1450 an das um ein Viertel verkürzte Kirchenschiff angebaut wurde. Während Fenster und Türen des Kirchenschiffes stark verändert sind, zeigt sich der Turm noch ursprünglich mit seinem dreigeschossigen Aufbau, den Spitz- und Korbbogenblenden und dem korbbogigen Portal an der Nordseite, in dessen rechteckiger Umrahmung ein altes Wappen zu sehen ist. Im Innern befindet sich eine flache Decke mit Voute, einem gerundeten Übergang von der Wand zur Decke. Die Ausstattung ist sehr schlicht. Aus der Romanik (13. Jh.) stammt die Taufe, die nach mineralogischen Untersuchungen aus Baumberger Sandstein hergestellt wurde. Wie die Taufen des Bentheimer Typs steht sie auf einem Sockel mit Löwen (siehe Kirche in Stapelmoor). Zwischen Friesen mit Ranken und Blättern zieht sich ein geflochtenes Band um das Becken. Ein stark beschädigter Sarkophagdeckel im Turm datiert aus der gleichen Zeit. Auf der Kanzel erinnert eine Inschrift an die Allerheiligenflut von 1570. Wie hoch damals das Wasser um die Kirche herum stand, lässt sich an der Flutmarke aus Sandstein außen an der Nordwestecke des Turmes ablesen.
Mehr:
Turm von Surhuusen